Eine Tüftelherausforderung mit Heimatbezug
Meine Leidenschaft ist der Eisenbahnmodellbau. Mindestens einmal in der Woche tüftle ich in meiner Hobbywerkstatt und schaffe etwas Neues für meine Eisenbahnlandschaft. In einer Fachzeitschrift habe ich zuletzt diesen schönen Wagenbausatz von RST Eisenbahnmodellbau gefunden, den Verschlagwagen Vh14, M.F.F.E., Epoche I. Die Abkürzung M.F.F.E. steht für Mecklenburgische Friedrich-Franz-Eisenbahn, es handelt sich also um einen Viehwagen der Bahngesellschaft Mecklenburg-Schwerin. Ich bin in Mecklenburg aufgewachsen – deswegen freue ich mich immer sehr über Modellbauentdeckungen mit Bezug zu meiner Heimat. Einen Waggon aus Kunststoff hatte ich bisher noch nicht zusammengesetzt und stellte mich gerne dieser Modellbauherausforderung.
Wagen nach Länderbauart
Eisenbahnmodellbau macht nicht nur wegen des Erschaffens kleiner Welten solch einen Spaß, ich beschäftige mich in dem Zusammenhang auch viel mit der deutschen Technikgeschichte.
Bei meinem Viehtransporter handelt es sich um einen sogenannten Güterwagen nach Verbandsbauart. Alle zwischen 1910 und 1924 in Deutschland gebauten Güterwagen werden so bezeichnet. Mit der Bezeichnung der Bauart wurde damals eine Vereinheitlichung im Güterwagenbau durch den Deutschen Staatsbahnwagenverband (DWV) angestrebt. Dem DWV gehörten alle acht Staatseisenbahnen (Länderbahnen) an, auch die der Bahngesellschaft Mecklenburg Schwerin.
Die Güterwagen der Verbandsbauart wurden in verschiedene Typen unterteilt, z.B. in offener Güterwagen, vierachsiger Schienenwagen oder Verschlagwagen wie in meinem Beispiel. Zwischen 1913 und 1927 wurden 2134 Verschlagwagen dieser Art in Deutschland gebaut und für den Transport von Geflügel, Schafen und Schweinen eingesetzt. Nach dem Ersten und Zweiten Weltkrieg kamen zahlreiche Verschlagwagen in den Bestand anderer europäischer Bahngesellschaften.
Der geeignete Klebstoff für den Bausatz
Der maßstabgetreue Bausatz besteht aus Kunststoffspritzguss- und Metallteilen. In der Bauanleitung wird darauf hingewiesen, die einzelnen Bauteile vor dem Verkleben zu überprüfen. Denn die Toleranzen seien sehr klein und eine nachträgliche Korrektur so nur schwer möglich.
Die aus ABS bestehenden Teile sollen ausschließlich mit Lösemittel verklebt werden. Durch dieses Lösemittel werden die Bauteile nahezu untrennbar miteinander verklebt bzw. verschweißt. Empfohlen wird außerdem, den POM-Spritzling (RST-VH14-03) sowie die Metallteile mit Sekundenkleber zu verkleben. Als Sekundenkleber eignet sich unser WEICON Contact VA 8406 Cyanacrylat-Klebstoff sehr gut. Die Vorteile dieses Klebstoffs: Er hat eine sehr schnelle Anfangshaftung, ist gut geeignet für schwer verklebbare Kunststoffe und ist extrem dünnflüssig (Als Faustregel gilt: Je kleiner die zu verklebenden Flächen, desto dünnflüssiger sollte der Klebstoff sein.). Ich habe verschiedene Zurüstteile, wie Griffstangen, Schlussscheibenhalter und Bremsgestänge, mit dem WEICON Contact VA 8406 Cyanacrylat-Klebstoff montiert. Wer mag, kann je nach Größe der Bauteile noch zusätzlich den WEICON CA-Primer für Polyolefine verwenden.
Beladen habe ich meinen fertigen Viehtransporter mit aus Zinn gegossenen Schweinen. Sie beschweren den Wagen und verbessern so zusätzlich seine Rolleigenschaften. Eingeklebt habe ich die Schweine mit unserem WEICON Contact Gel.